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Halse mit Style - Frontside in die Kurve

Sieht schwierig aus, riecht nach Old School, schmeckt nach Training und hat den Ruf, einfach überflüssig zu sein: Die Halse ist seit der Erfindung der Twintips auf dem Rückzug. Wir holen die Jibe jetzt aus der Flohmarkt-Ecke. Denn kein anderes Manöver kombiniert alle wichtigen Fähigkeiten auf dem Board mit soviel Style. Rider ist Kitecity- und VDWS-Mann Eddy Rummel.

Im Interview weiter unten gibt er seine Tipps und Tricks für die elegante Halse mit Spray preis!

 

Bewegungsablauf Halse into Switch

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  1. Ich fahre auf Halbwindkurs an. Hier sieht man schon, wie ich den Schirm nach oben lenke und durch eine Hochbewegung das Board entlaste.
  2. Der Oberkörper beginnt vorzurotieren, der Blick geht ins Kurveninnere.
  3. Ich lege mich hier schon in die Kurve. Board, Bar und Leinen bilden eine Linie.
  4. Ich lenke den Schirm aus 12 Uhr beherzt nach unten und genieße in vollen Zügen das Steilwandfeeling.
  5. Das Board dreht bereits in Richtung Halbwindkurs, der Schirm
    ist auf dem Weg nach unten, um wieder richtig Zug zu entwickeln.
  6. Ich fahre voll auf Halbwindkurs und lenke den Schirm nun wieder nach oben.
  7. Board, Schirm und Fahrer sind bis auf die Switchstellung wieder in Normalstellung.

Umswitchen nach der Halse

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1 Ich bin ganz kurz auf Amwindkurs, um mehr Leinenspannung zu bekommen, mache mich durch eine Hochbewegung leicht und drücke mich ab.
2/3 Das Board dreht um 180 Grad.
4 Ich suche mir den Landeplatz aus
5 Nun lande ich auf Halbwindkurs und fahre in voller Gleitfahrt weiter.

Interview mit unserem Mr. Style im KITE Magazin

KITE: Nach der Erfindung der Twintips oder Bidirectionals kam die Halse irgendwie außer Mode. Alle Windsurfer, die zu Kitern mutierten, wollten von der Kurve mit dem Heck durch den Wind nichts mehr wissen. Sie hatten sich auf dem Surfboard lange genug damit gequält. Ist die Halse beim
Kiten tot?

Eddy: Die Halse war nie tot, und sie wird auch nie tot sein, weil sie einfach die Basis für viele andere Manöver ist. Mit den ganzen New-School-Tricks ist die stylische Halse etwas in Vergessenheit geraten, weil man bei einem Contest keinen Blumentopf damit gewinnen konnte. Sie hatte mit der Erfindung des Kiteloops ein Zwischenhoch, weil man in der Kurve den Loop genial trainieren konnte.

KITE: Welche Bewegungselemente umfasst eine elegante Halse? Und welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um die Halse anzugehen?

Eddy: Zuerst einmal braucht man eine gute Grundstellung auf dem Board, das heißt: genügend Grundgeschwindigkeit und genug Druck im Schirm. Dann muss man die Vorrotation des Oberkörpers beherrschen mit der richtigen Gewichtsverteilung. Hier sind die Snowboarder eindeutig im Vorteil, weil
die Grundelemente der Turns im Schnee nahezu identisch sind mit denen bei der Halse. Durch eine Hochbewegung entlastet man wie auf dem Snowboard die Luvkante, stellt damit das Board plan und rotiert nun den Oberkörper vor. Dann folgt die Tiefbewegung, das Gewicht wechselt von der Hacke auf die Zehen. Je schneller die Fahrtgeschwindigkeit des Boards und die Fluggeschwindigkeit des Schirms sind, desto flacher kann sich der Fahrer in die Kurve legen. Jeder Motorradfahrer weiß, von was ich spreche.

KITE: Wie wichtig ist die Synchronisation zwischen Board- und Schirmsteuerung?

Eddy: Extrem wichtig. Nur wenn beides passt, kommt eine elegante, durchgeglittene Halse zustande. Da hilft leider nur Erfahrung, tausendmal probiert, hundertmal kapiert. Man beginnt den Schirm von zwei auf zwölf Uhr in unserem Beispiel nach oben zu lenken, dann wird das Brett eine Zehntelsekunde später auf Vorwindkurs gestellt. Sobald Schirm und Board auf 12 Uhr zeigen, beginnst Du volle Kanne den Schirm abstürzen zu lassen wie beim Wasserstart. Dann wechselt man sofort wieder auf einen Halbwindkurs, um die Leinenspannung wieder herzustellen.

KITE: Es gibt einen langen Streit darüber, ob die Halse leichter wird, wenn man vorher in Switch umspringt und dann in die Halse fährt, oder ob man normal in die Kurve sticht und switcht rauskommt.

Eddy: Viele Lehrer sind der Meinung, dass eine Halse leichter zu erlernen sei aus der Switchposition heraus. Ich glaube aber, dass sich Snowboarder leichter tun, wenn sie in normaler Stellung die Kurve einleiten. Aber wir reden ja hier von einer richtigen Powerhalse mit meterhohem Spray. Und die funktioniert so radikal nur, wenn du vorher nicht umswitchen musst und dabei Geschwindigkeit
verlierst.

KITE: Wie lange braucht man, um eine saubere Halse zu lernen?

Eddy: Da muss ich die Blitzlerner etwas einbremsen. Eine normale Halse ist nicht die große Herausforderung, aber eine Jibe mit hohem Spray braucht viele Anläufe, um die Koordination zu erlernen.

KITE: Welcher Kite und welches Board eignen sich besonders gut fürs Halsentraining?

Eddy: Das Board sollte nicht zu kurz sein, sonst sticht man vorne ein. Es sollte leicht drehen und viel Flex haben. Der Schirm sollte eine gute Rückmeldung über seinen Stand haben und außerdem zügig drehen.

KITE: Nun gibt es zu unser aller Erstaunen wieder ein Revival der Directionals, die wie kleine Surfboards aussehen. Mit diesen Boards muss man wieder halsen. Wie fühlt sich eine Halse auf diesen Bug-Boards an und wie funktioniert sie?

Eddy: Ein solches Board ist in der Welle wirklich chic, in kleinen, ekeligen Kabbelwellen ist das Board aber eindeutig zu voluminös. Ab zehn Litern Volumen sollte man nicht mehr mit einem Directional auf Kabbelwelle fahren. Das Leichtwindcruisen mit solchen Boards ist allerdings ein fetter Spaß. Da lernt man dann ganz nebenbei die Halse. Bei den Directionals allerdings muss man die Füße entweder in oder nach der Halse wechseln, weil das Board ja nur in eine Richtung fahren kann.

Rider: Eddy Rummel
Quelle: KITE Magazin Januar/Februar 2007